
SPD Plauen setzt sich weiterhin gegen steigende Kita-Beiträge ein – Neuwahl des Ortsvereinsvorstandes
„Rote Karte! Gegen einen Haushalt auf dem Rücken der Eltern“: Die SPD Plauen beschließt auf ihrer Stadtkonferenz am 30. Oktober 2026 erneut klare Forderungen gegen die geplanten Beitragserhöhungen. Am 17. November 2026 stimmt der Stadtrat über den Antrag der Fraktion SPD/Initiative ab, die Elternbeiträge auf das Niveau von 2024 zu senken.
Plauen, 31. Oktober 2026. Zum 1. Januar 2027 steigen die Kita-Elternbeiträge in Plauen erneut. Ein Krippenplatz kostet bei neun Stunden Betreuung dann 311,82 Euro im Monat, ein Kindergartenplatz 162,14 Euro, der Hort 85,75 Euro. Die Stadtverwaltung spricht von einer „nur moderaten Anpassung“. Doch es ist bereits die dritte Erhöhung in Folge: Seit 2024 zahlen Eltern für die Krippe fast 100 Euro mehr im Monat, ein Plus von 46 Prozent. Eine Familie mit einem Krippen- und einem Kindergartenkind zahlt 2027 über 1.700 Euro mehr im Jahr als 2024.
„Wir bleiben standhaft. Weitere Elternbeitragserhöhungen wird es mit der SPD nicht geben. Wir wollen eine Rückkehr zu den Elternbeiträgen von 2024. Eltern müssen entlastet werden und dürfen nicht weiter belastet werden“, sagt Eric Holtschke, Vorsitzender der Fraktion SPD/Initiative im Plauener Stadtrat.
Die Erhöhungen gehen auf den Stadtratsbeschluss vom 17. Dezember 2024 zurück, der mit 21 zu 20 Stimmen fiel. Seitdem steigen die Beiträge automatisch mit den Kosten, ohne dass der Stadtrat erneut entscheidet. Gleichzeitig wachsen im aktuellen Haushaltsplanentwurf für die Jahre 2027/28 die allgemeinen Einnahmen der Stadt von 2023 bis 2027 um 22 Prozent, der städtische Zuschuss für Kinder, Jugend und Familie dagegen nur um ein Prozent.
„Der Haushaltsentwurf ist sozial ungerecht, die notwendigen Einsparungen werden vom Oberbürgermeister nicht benannt, stattdessen werden weiterhin vor allem die Eltern belastet“, so Holtschke.
Die Fraktion SPD/Initiative hat deshalb beantragt, die Beiträge ab 1. Januar 2027 auf das Niveau von 2024 zu senken, für die Krippe auf den gesetzlichen Mindestbeitrag von 259,85 Euro. Künftig soll der Stadtrat wieder jedes Jahr selbst über die Beiträge entscheiden. Die Finanzierung ist gesichert: Laut Ist-Ergebnis und Betriebskostenabrechnung 2025 brauchte die Stadt deutlich weniger Kita-Zuschuss als geplant. Zudem erhöht der Freistaat Sachsen seinen Kita-Zuschuss an die Kommunen ab 2027 um 90 Millionen Euro pro Jahr.
„Das Land legt drauf, die Stadt hatte 2025 Luft im Kita-Budget. Es gibt keinen Grund, Familien weiter zur Kasse zu bitten. Über die Beiträge muss wieder offen im Stadtrat entschieden werden“, fordert der wiedergewählte SPD-Ortsvereinsvorsitzende und SPD-Stadtrat Christian Hermann. In seiner Rede brachte Hermann aber auch deutliche Kritik an den SPD-Regierungsbeteiligungen in Land und Bund vor: „Die finanzielle Lage der Stadt und des Vogtlandkreises sind vor allem angespannt, weil Aufgaben von Berlin und Dresden nach unten verlagert werden, ohne dafür auch das Geld mitzugeben. Die SPD kann so nicht weitermachen, wir brauchen mehr finanzielle Mittel vor Ort, um soziale Gerechtigkeit tagtäglich zu organisieren. Passiert hier nichts, wird es mehr Widerstand von der Basis geben.“
Dass sich Engagement lohnt, haben Plauener Eltern bereits gezeigt: 1.309 Menschen unterzeichneten 2024 die Petition gegen die Erhöhung, über 1.300 Postkarten wurden am 21. Oktober 2025 im Stadtrat übergeben. Mit dem neugewählten Vorstand will die SPD diesen eingeschlagenen Weg fortführen.
Hermann, der bereits seit 2020 mit Maria Koch den Vorsitz innehat, führt nun allein den Ortsvereinsvorsitz. Maria Koch wurde als Kassiererin des Ortsvereins gewählt. Als stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende unterstützen die ehemalige SPD-Regionalgeschäftsführerin Petra Thieme und Benjamin Zabel. Als Beisitzer in den Vorstand wurden Katrin Nielsen, Hans-Joachim Wunderlich und Lutz Kätzel wiedergewählt, Eric Holtschke wurde als vierter Beisitzer in den Vorstand gewählt. Der bisherige Kassierer Heiko Wogenstein trat aus beruflichen Gründen nicht erneut für den Vorstand an.
