Friedrich-Ebert-Stiftung lud ein

Veröffentlicht am 01.09.2026 in Allgemein

FES-Veranstaltung, Juliane Pfeil und Matthias Ecke

Frieden in Europa: Matthias Ecke im Gespräch in Plauen

Wie kann Frieden in Europa in einer Welt bestehen, in der internationale Konflikte zunehmen, alte Partnerschaften unsicherer werden und autoritäre Staaten die internationale Ordnung herausfordern? Darüber diskutierten rund 30 Gäste bei der Veranstaltung „Frieden in Europa – Herausforderungen und Verantwortung der Europäischen Union“ der Friedrich-Ebert-Stiftung in Plauen.

Zu Gast war der sächsische Europaabgeordnete Matthias Ecke. Moderiert wurde der Abend von der Landtagsabgeordneten Juliane Pfeil.

Frieden in Europa zwischen Sicherheit und eigener Handlungsfähigkeit

Im Mittelpunkt standen die geopolitischen Veränderungen und die Frage, welche Rolle die Europäische Union künftig einnehmen muss. Dabei ging es nicht nur um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, sondern auch um Europas Fähigkeit, außen- und sicherheitspolitisch eigenständig zu handeln.

Matthias Ecke gab Einblicke in die Arbeit des Europäischen Parlaments und machte deutlich, in welchem Spannungsfeld europäische Entscheidungen entstehen: zwischen den Interessen der 27 Mitgliedstaaten, unterschiedlichen politischen Mehrheiten, wirtschaftlichen Abhängigkeiten und der Notwendigkeit, gemeinsame europäische Antworten zu finden.

Gerade in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik setzt sich Ecke für eine stärkere europäische Zusammenarbeit und mehr strategische Eigenständigkeit ein. Europa müsse in die Lage versetzt werden, seine Sicherheit, seinen Wohlstand und seine Demokratie selbst wirksamer zu schützen. Dazu gehört auch, wirtschaftliche und technologische Abhängigkeiten zu reduzieren.

Unterstützung für die Ukraine und ein gerechter Frieden

Einen wichtigen Teil der Debatte nahm der Krieg in der Ukraine ein. Die sozialdemokratische S&D-Fraktion im Europäischen Parlament steht weiterhin für die Unterstützung der Ukraine und für einen gerechten und dauerhaften Frieden, der ihre Souveränität und territoriale Integrität wahrt. Verhandlungen über die Zukunft der Ukraine dürfen nicht über die Köpfe der Ukrainerinnen und Ukrainer hinweg geführt werden.

Auch Matthias Ecke sprach sich für eine langfristig verlässliche europäische Unterstützung aus. Als haushaltspolitischer Sprecher der Europa-SPD betont er, dass die Ukraine finanziell und politisch handlungsfähig bleiben muss. Zugleich setzt er sich dafür ein, dass Europa die Möglichkeit behält, eingefrorene russische Vermögenswerte für den Wiederaufbau der Ukraine heranzuziehen.

Die Diskussion zeigte, wie unterschiedlich die Vorstellungen darüber sind, welchen Weg Europa zwischen militärischer Unterstützung, Diplomatie, Abschreckung und dem Ziel eines dauerhaften Friedens gehen sollte. Die Gäste nutzten die Gelegenheit für kritische Nachfragen und eigene Positionen. Der Austausch blieb auch dort offen, wo die Meinungen deutlich auseinandergingen.

Die Resolution der SPD Plauen: Frieden in Europa braucht Verantwortung

Die SPD Plauen hat sich in ihrer Resolution schon 2023 zum Frieden in Europa klar positioniert. Darin bekennen wir uns zu einem freien, demokratischen und friedlichen Europa und zur Unterstützung der Ukraine. Zugleich machen wir deutlich: Frieden braucht Sicherheit, internationale Zusammenarbeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Die Resolution unterstreicht, dass Europa seine Handlungsfähigkeit stärken und seine demokratischen Werte verteidigen muss. Sie fordert eine verlässliche Unterstützung der Ukraine, einen gerechten und dauerhaften Frieden sowie eine europäische Außen- und Sicherheitspolitik, die nicht von autoritären Staaten abhängig ist.

Zur Resolution der SPD Plauen zur Solidarität mit der Ukraine

Europa betrifft auch das Vogtland

„Gerade angesichts der vielen internationalen Krisen brauchen wir Räume, in denen wir auch kontrovers miteinander diskutieren können. Europa wirkt manchmal weit entfernt. Aber die Entscheidungen, die dort getroffen werden, haben direkte Auswirkungen auf unsere Sicherheit, unsere Wirtschaft und damit auch auf das Leben hier im Vogtland“, so Juliane Pfeil.

Der Abend machte deutlich, dass europäische Außenpolitik längst nicht mehr nur eine Frage diplomatischer Beziehungen ist. Energieversorgung, wirtschaftliche Abhängigkeiten, Verteidigung, technologische Souveränität und die Stärke unserer demokratischen Institutionen hängen eng miteinander zusammen.

Als SPD Plauen wollen wir diese Debatten weiterführen: sachlich, solidarisch und mit einem klaren Bekenntnis zu Frieden, Demokratie und europäischer Zusammenarbeit.

Weitere Informationen zur Arbeit der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag und zur Europapolitik der SPD finden Sie auf den jeweiligen Seiten.

Vielen Dank an Matthias Ecke, die Friedrich-Ebert-Stiftung und die rund 30 Gäste für einen intensiven Abend und eine Diskussion, in der unterschiedliche Sichtweisen ausdrücklich ihren Platz hatten.