Bernd Stubenrauch, 2024
Plauen, 08.10.2026
Mit großem Respekt und tiefem Bedauern nimmt der SPD-Ortsverein Plauen den Austritt von Bernd
Stubenrauch entgegen. Seit 1999 im Plauener Stadtrat, seit 2000 Mitglied der SPD und seit 2009 im
Kreistag hat er über ein Vierteljahrhundert sozialdemokratische Kommunalpolitik in Plauen und im
Vogtland geprägt. Dafür danken wir ihm ausdrücklich. Bernd Stubenrauch hat sich bereit erklärt,
weiterhin als parteiloses Mitglied in den Fraktionen der SPD zu verbleiben. Er sieht sich den Zielen
der SPD vor Ort weiterhin verbunden.
In seiner Austrittserklärung beruft er sich auf die Entspannungspolitik von Willy Brandt, Helmut
Schmidt und Egon Bahr. Er vermisst die Bereitschaft zu mehr diplomatischen Engagements der
deutschen Bundesregierung sowie einen ernsthaften Abrüstungswillen und sieht die sozialen Sorgen
der Menschen in der SPD nur noch nachrangig behandelt.
Seinen Worten zollen wir Respekt, auch wenn wir nicht jede seiner Bewertungen teilen. Diesen Schritt
verstehen wir als deutliches Symbol an die Bundes- und Landespolitik der SPD: An unserer Basis
schwindet das Verständnis für die sozialdemokratischen Regierungsbeteiligungen. Die aktuelle
Reformpolitik in Berlin und Dresden geht in die falsche Richtung. Es wird zu viel über Kürzungen
gesprochen und zu wenig über die Veränderungen, die unser Land wirklich braucht: eine verlässliche
Gesundheitsversorgung, finanziell gestärkte Kommunen und spürbare Investitionen in Infrastruktur.
Hinzu kommt eine komplizierte und oft unverständliche Kommunikation, die die Menschen vor Ort
nicht mehr erreicht. Wer Sozialdemokratie nur noch als Verwaltung des Mangels vermittelt, verliert
das Vertrauen derer, die seit Jahrzehnten vor Ort Verantwortung tragen. Auch die Forderung von
Verteidigungsminister Boris Pistorius, Deutschland müsse „kriegstüchtig“ werden, ist nicht die
Sprache der Partei Willy Brandts. Wir verurteilen den völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine
und fordern als Demokraten die Kriegsparteien auf, den Krieg und das damit verbundene Sterben
sofort zu beenden und die Wurzeln dieses Konflikts ohne Aufschub anzugehen. Im SPD-
Kreisverband Vogtland haben wir aber bereits im Juli 2025 gemeinsam festgehalten, dass militärische
Abschreckung allein keinen dauerhaften Frieden schafft. Wir fordern verstärkte diplomatische
Initiativen, die Wiederbelebung von Rüstungskontrolle und Abrüstung sowie eine breite Debatte im
Bundestag über die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen.
Die Parteiführung muss die Ausrichtung der SPD grundsätzlich verändern. Bernd Stubenrauchs
Austritt ist für uns Anlass, ein Schreiben an die stellvertretende Parteivorsitzende Petra Köpping aus
Sachsen zu verfassen. Wir erwarten dazu zeitnah ein Gespräch mit ihr.
Unser Motto muss wieder lauten: Nie wieder Krieg!
