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SPD erlebt "Plauen unter Tage"

Plauen unter Tage

Um die 70 Jahre alt muss jemand sein, der sich noch an den verheerendsten Bombenangriff auf Plauen vor 65 Jahren erinnern kann. Wer es erlebt hat, wird es sein Leben lang nicht vergessen. Der Krieg, der so strahlend begann, Millionen den Tod brachte und ganze Länder verwüstete, war zurückgekommen. Furchtbarer als jede Fantasie. Täglich schreckte das Heulen der Sirenen. Sicherheit versprach der hastige Gang in den Keller des eigenen Wohnhauses oder in einen der Plauener Luftschutzkeller. Das Gedränge und die Angst der vielen Menschen, Kinder weinen. Schier endloses Warten. Das Geräusch der nahenden Flugzeuge und dann das der herabfallenden Bomben. Die Einschläge, die immer näher zu kommen scheinen. Flackerndes, verlöschendes Licht, schlechte Luft, der Geruch des Todes.

Es ist das Verdienst der Mitstreiter von Gert Müller vom Plauener Bergknappenverein, diese Erinnerung wach zu halten. Im Luftschutzmuseums Meyerhof an der Syrastraße, im Zollkeller, zu dem eine unscheinbare Holztür am Sparkassengebäude führt, und im Alaunbergwerk Reichsstraße. Doch „Plauen unter Tage“ hat noch mehr zu bieten. Am 17. August konnten sich die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Plauen davon überzeugen. Anekdotenreich, verständlich und mit berechtigtem Stolz auf das Geschaffene kommentierte Gert Müller seine Führung, die zuerst ins Luftschutzmuseum Meyerhof, einem Kellersystem unter dem Schlosshang, führte. Bombensplitter, Überreste vom Bomben und Sachzeugnisse des als Luftschutzkeller genützten Stollens machten die Erinnerung an schlimme Zeiten lebendig.

Im erst jüngst erschlossenen Zollkeller unter der Neundorfer Straße wurde die Reise unter Tage fortgesetzt. Sie fand ihren Abschluss im attraktiv ausgebauten Alaunbergwerk an der Reichsstraße, das auch als Luftschutzkeller genutzt wurde. In einem Seitenstollen des Bergwerks „Ewiges Leben“ saß man dann noch beisammen. Für frisches Brot, deftige Leberwurst und Speckfett war gesorgt. Es wurde miteinander geredet und die einmal etwas andere Parteiversammlung fand durchgängig positiven Zuspruch. Nicht vergessen wurde dabei, dass die prosperierende Großstadt Plauen, die 1939 noch 110 798 Einwohner zählte, 1944/45 zu dreiviertel zerstört wurde. 2358 Tote waren vom ersten Angriff (12. September 1944) bis zum 14. in der Nacht des 10. April 1945 zu beklagen.
[25.08.2010]


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